Die Rolle d.Kommunikation in d.Fotografie

Do Laura Heneis, 1973 in St. Pölten geboren, ist seit 2004 selbständige Berufsfotografin im eigenen Unternehmen. Ihre Schwerpunkte sind authentische Fotografie, Werbung und Marketing.

In unserem Gespräch gibt sie Auskunft über die Rolle der Kommunikation in der Fotografie.

„Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“ ist ein beliebtes Bonmot, wenn es um die Wirkung von Kommunikation geht. Welche Rolle spielt in Deiner Profession die verbale Kommunikation?

Für mich als Fotografin ist es ein lebenswichtiges Hin- und Her-Spiel zwischen verbaler und nonverbaler Kommunikation. Dies ist in jedem Shooting spür- und sichtbar und beeinflusst jeden meiner Aufträge.

Mit welchen Zielgruppen kommst Du in erster Linie ins Gespräch?

Ich komme im ersten Schritt grundsätzlich mit einer breiten Teilöffentlichkeit ins Gespräch. Im zweiten Schritt entscheidet sich bei einem persönlichen Kennenlerngespräch, ob wir den weiteren gemeinsamen Weg zusammen beschreiten oder nicht.

Wo siehst Du die stärksten Kommunikationshürden?

Wenn die Chemie einfach nicht stimmt und Sender und Empfänger nicht dieselbe Sprache sprechen.

Wie hat sich im Laufe Deiner Tätigkeit Deine Kommunikation verändert?

Wenn ich mir überlege, wie ich vor über 16 Jahren als Fotografin angefangen habe und wie rasch sich Kommunikationszweige wie das Internet, Social-Media und die wertvolle FaceToFace-Empfehlung entwickelt haben… Heutzutage habe ich mehr Möglichkeiten und Streuungsoptionen, die ich auch für mein Unternehmen nutze.

Welche Rolle hat die Öffentlichkeitsarbeit bei der Kunst-Fotografie bzw. Fotografie?

Einerseits hat es in der derzeitigen Selfie-Generation, wie sie leibt und lebt, noch nie so viele schlechte Fotos gegeben wie heute, anderseits hat das digitale Zeitalter der Fotografie die Möglichkeiten eröffnet und geschaffen, mit einem Handy eine Künstlerkarriere zu starten.

Gibt es ein Repertoire von sprachlichen Bildern, das Du immer wieder anwendest, oder ist jedes Projekt „unique“?

Ein kleiner Teil wird als Werbemaßnahme in der Industriefotografie oder Architektur angewandt – dort tritt der Alterungsprozess nicht so schnell ein. In der authentischen Porträtfotografie ist jeder Mensch ein Einzelstück und wird nicht mehrmalig „angewandt“. Was meine Kunstprojekte betrifft, setze ich mich mit dem jeweiligen Thema/Projekt in einer Langzeitstudie auseinander – dabei entsteht ein natürlicher Perspektivenwechsel, der dem Thema/Projekt das eigene Flair verleiht.

Du nennst Dich KunstFotografin. Wie würdest Du diese Zuordnung beschreiben?

In meiner Seele stecken mehrere Persönlichkeiten; zwei Hauptpersonen davon sind die Künstlerin und die Fotografin. Diese wollte ich als Einheit definieren und mit der Wahl als Kunstfotografin ist mir das nach einem längeren Prozess geglückt.

Text/Interview © Susanne Eiselt - PR Susanne Eiselt PR