Als Kleinunternehmer wird man richtig verarscht !

Das Arbeitspensum der vergangenen Wochen war überschaubar. Genau vier Passfotos hat Do Laura Heneis seit dem Lockdown angefertigt. "Es ist alles weggebrochen. Eventfotografie ist im Moment sowieso kein Thema. Künstlerfotos werden keine benötigt, weil die selbst nicht arbeiten können. Hochzeiten, die immer für ein gutes finanzielles Polster sorgen, wurden abgesagt. Und wer weiß, ob die Paare nächstes Jahr tatsächlich noch heiraten werden?", sagt die Fotografin. Es benötigt keinen Buchhalter, um zu wissen, dass man von so einer Auftragslage nicht leben kann. 500 Euro hat Heneis aus dem Härtefall-Fonds erhalten: "Um den Antrag auszufüllen, braucht man ein Studium. Ohne Steuerberaterin ist man da aufgeschmissen. Und die kostet auch Geld." Es sei auch egal, ob man 500,1000 oder 1500 Euro bekomme, am Ende des Tages sei es ohnehin zu wenig. "Dass man in so einer besonderen Situation nicht besser reagiert, ist mir unverständlich", sagt Heneis. Seit 16 Jahren arbeitet sie als selbstständige Fotografin, ob sie das auch noch in Zukunft wird tun können? Denn auch die Auflagen, unter denen sie derzeit zu arbeiten hat, machen ihr zu schaffen: "Ich darf beispielsweise nicht einmal mit Gummihandschuhen eine Locke aus dem Gesicht streichen, was die Arbeit nicht unbedingt leichter macht. Das dürfte ich nur, wenn ich Visagistin wäre", sagt Heneis. Zudem darf sie nur einen Kunden pro zehn Quadratmeter in ihr Atelier einlassen. "Ich habe 30 Quadratmeter. Das heißt, Familienporträts fallen auch aus", so die Fotografin. Die verlorenen Umsätze werden sich nicht mehr aufholen lassen, dieses Jahr werde sie komplett abschreiben müssen. "Aber wenn das nicht wieder anläuft, muss ich mir was anderes überlegen", meint Heneis.

Profil Nr.22 51.Jg. 24.Mai.2020
Danke schön für das Interview Text © Christina Hiptmayr/Profil und lieben Dank an meine Buchhaltungs-Einreichexpertin Mag. Barbara Huber von Huber Unternehmensberatung 1210 Wien für diese liebe Empfehlung.

Als Kleinunternehmer wird man richtig verarscht! - Profil Nr.22 vom 24.Mai.2020

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